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Der Sprung in die Zukunft
Montag, 15. März 2010

Quelle: Aargauer Zeitung, 9. März 2010, Alain Weber

Aargauer Frauen und Männer turnten bislang getrennt – wie lange noch?

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Dem Aargauer Kunstturnen geht es prächtig, noch prächtiger sind nun die Zukunftsaussichten. Bei den Männern hat Lucas Fischer soeben den Sprung nach Magglingen geschafft, von den acht Frauen im Nationalkader in Magglingen stammen drei aus dem Aargau, und zwei weitere stehen im Juniorinnenkader. Eine davon ist Sara Catanzaro, sie wurde bereits einmal Schweizer Elitemeisterin. Im vergangenen Herbst eroberten einmal mehr die Aargauer Turnerinnen und Turner die Goldmedaillen an den Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaften.

Dennoch gehen die Frauen und Männer im Kunstturn-Kanton Aargau noch nicht Hand in Hand. Der Aargauer Turnverband und der Aargauische Kunstturnverband turnen zurzeit noch parallel. Dies ist schweizweit ein einmaliger Zustand, ein Auslaufmodell – wenn auch ein sehr erfolgreiches. Dessen Zeit nun auslaufen könnte. Denn seit ein paar Monaten laufen Gespräche zwischen dem ATV und dem AKV über einen möglichen Zusammenschluss. Konkret: Das Männerkunstturnen würde im ATV in der Abteilung Spitzensport integriert. Anlässlich ihrer Generalversammlungen werden die Vorstände ihre Mitglieder informieren und über das weitere Vorgehen sowie einem Zeitplan abstimmen lassen; der AKV macht dies bereits an seiner GV am kommenden Samstag in Lenzburg.

«Durch eine starke Partnerschaft Synergien nutzen», fordert Christian Menzi, Präsident des ATV. Seit drei Jahren führt der Aargauer Turnverband eine eigene Geschäftsstelle. Der AKV hingegen erledigt die Aufgaben immer noch im Ehrenamt. Durch einen möglichen Zusammenschluss könnten diese Ressortaufgaben mehrheitlich vom Sekretariat übernommen werden. Wie nahe sich die beiden Verbände ohnehin schon sind, beweist die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Aargauer Turnzentrum in Niederlenz, das 1998 eröffnet wurde.

Den beiden Verbänden schwebt vor, einen Chef Spitzensport zu beschäftigen, wie es ihn auf höchster Stufe des Schweizerischen Turnverband (STV) in der Person von Felix Stingelin schon länger gibt. Dieser hätte die Aufgabe, die Abteilung Spitzensport im ATV zu führen. Menzi beteuert: «Wir haben die gleichen Ziele. Es ist also ein Geben und Nehmen.»

Was vor allem für Schumacher wichtig ist: «Dieser Schritt eines Zusammenschlusses geschieht nicht aus finanzieller Not.» Im Gegenteil: «Wir kommen aus der Position der Stärke.» Die Aargauer Kunstturner sind in den letzten Jahren zum erfolgreichsten Kanton aufgestiegen. Angst, dass der finanziell ebenfalls sehr gesunde ATV durch die Integration in Geldnöte gelangen könnte, seien unbegründet. Christian Menzi kann dies bestätigen: «Natürlich ist es in der heutigen wirtschaftlichen Lage wichtig, Sorge zu tragen in allen Ressorts – doch zurzeit können wir uns glücklich schätzen, dass wir starke Partner im Bereich Sponsoring haben.»

Geht es nach den beiden Präsidenten, ist der Zusammenschluss der Turnverbände eine Formsache. Doch wo liegen die Stolpersteine? «Der AKV wurde im Jahre 1916 gegründet. Durch einen Zusammenschluss ginge ein Stück Tradition verloren. Die einstige Freizeitbeschäftigung Kunstturnen entwickelte sich in den letzten Jahren zum reinen Leistungssport», sagt Schumacher. Es werde zunehmend schwieriger, Nachwuchsturner zu finden, da es immer weniger Vereine gebe, die das Kunstturnen anböten. «Zusätzlich steigt das Freizeitangebot stetig.»

«Wir haben die gleichen Ziele. Es ist also ein Geben und Nehmen»

 

 

 

 

 

 
Aargauer Kunstturnverband