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Niki an der WM 09
Samstag, 17. Oktober 2009

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Der Ärger mit dem Gaul

 

Niki Böschenstein wurde im WM-Final der Mehrkämpfer 16., Teamkollege Roman Gisi übertrumpfte ihn als 13. Neuer Weltmeister in London wurde der Japaner Kohei Uchimura.

Quelle: AZ Sport, Andreas Fretz

 

Seinen 13. WM-Rang von Melbourne 2005 wolle er verbessern, hatte Niki Böschenstein angekündigt. Grosse Worte für einen, der erst im letzten Moment im 24er-Finalfeld der Mehrkämpfer Unterschlupf gefunden hatte. Zwei Absteiger am Pauschenpferd und die unterirdische Note von 10,650 hatten ihn während der Qualifikation in Rücklage gebracht. Erst der abschliessende Pferdsprung mit Bestnote katapultierte Böschenstein in den Final.

Just an jenem Gerät, das ihm vor zwei Tagen die WM rettete, durfte Böschenstein gestern den finalen Wettkampf beginnen. Der Sprung gelang dem Würenloser zwar nicht mehr derart perfekt wie in der Qualifikation, doch die 15,6 Punkte reichten für den vierten Zwischenrang nach dem ersten Durchgang. Und nach einer sauberen Darbietung am Barren (14,625) reckte der 24-Jährige erstmals die Faust zu den Schweizern Zuschauern in der O2-Arena.

 

Nach zwei von sechs Geräten lag der fünffache Schweizer Mehrkampfmeister auf dem verführerischen zweiten Rang, nur 0,3 Punkte hinter dem späteren Weltmeister Kohei Uchimura. Doch die im Vergleich zum Sprung härter bewerteten Geräte und die Zitterpartie am Pauschenpferd sollten noch folgen. Dass rein rechnerisch gar ein Platz in den Top 10 möglich ist, hatte indes die Qualifikation gezeigt: Hätte Böschenstein bei seinen zwei Absteigern am Pauschenpferd nicht 2,8 Punkte eingebüsst, wäre er am Dienstag Achter geworden.

Bei Halbzeit, nach einer soliden Übung am Reck (14,100), lag Böschenstein noch immer auf dem geteilten zweiten Rang. Für die Bodenübung erhielt Böschenstein 14,425 Punkte. Es folgte die Zitterpartie am Pauschenpferd: Böschenstein turnte eine einfache, auf Sicherheit bedachte Übung. Das Resultat: Böschenstein kam zwar ohne Abwurf durch, wurde aber mit einer tiefen Note von 11,775 im Klassement auf den 19. Rang durchgereicht. «Ich kann diese tiefe Note nicht verstehen», sagt Böschenstein nach dem Wettkampf. Der Ärger mit dem Gaul fand also seine Fortsetzung. An den Ringen (14,250) verbesserte sich Böschenstein noch auf den 16. Schlussrang. Die Schweizer Hierarchie auf den Kopf stellte Roman Gisi. Er vermochte seine hervorragende Leistung aus der Qualifikation zu wiederholen und liess Teamleader Böschenstein erneut hinter sich. Der 24-jährige aus Seltisberg BL schloss den Mehrkampf auf dem 13. Platz ab und erzielte 0,3 Punkte mehr als Böschenstein.

Gold holte in London der 20-jährige Japaner Kohei Uchimura. Der Olympiazweite dominierte bereits die Qualifikation und siegte im Final mit 2,575 Punkten Vorsprung auf Daniel Keatings (Gb). Bronze gewann der Russe Juri Riasanow. Uchimuras Titel haftet jedoch der Makel an, dass kein einziger Chinese den Mehrkampf bestritt. Die Chinesen konzentrieren sich in London einzig auf die Gerätefinals.

 
Aargauer Kunstturnverband